Julia Amelung

Hebt man den Blick, so sieht man keine Grenzen.

Wer bist du, was machst du?
Julia Amelung, Diplom-Kommunikationsdesignerin, zusammen mit Matthias Blenk Mediencafé-Motor, coworking-space-Mitgründerin, k-quadrat-Mitgründerin und zusammen mit Detlef Heese Hasegold.

Was kannst du besonders gut?
Aufmerksam zuhören, Komplexes verstehen und dieses so aufbereiten, dass es auch anderen so geht.

Was war deine bislang beste Entscheidung?
Mich selbstständig zu machen.

Was ist dir wichtig?
Ehrlichkeit, Offenheit, Authentizität und Entscheidungsfreiheit.

Welchen Schritt bereust du?
Ich mag es nicht, mich mit den Fragen „Hätte“, „Wäre“, „Wenn“ zu beschäftigen. Ich habe mich bewusst zu den einzelnen Schritten entschieden und trauere den anderen, ungeöffneten Türen nicht nach. Wer weiß auch schon, was dahinter gewesen wäre. Zudem glaube ich dem Zitat von Oscar Wilde: »Am Ende wird alles gut. Wenn es nicht gut wird, ist es noch nicht das Ende.« Warum sollte ich dann etwas bereuen 😉

Was inspiriert dich?
Mit offenen Augen durch die Welt zu gehen – andere Menschen, andere Sichtweisen, andere Herangehensweisen … einfach alles, was ich aufsaugen kann.

Wie und wo arbeitest du am liebsten?
Der Mix macht´s – ich arbeite liebend gerne im Team, aber ich lasse auch gerne mal alleine eine Idee sacken und reifen. Da ich die Ideenfindung nicht zwischen 9 und 18 Uhr einsperre, arbeite ich unter der Dusche, im Garten, am Schreibstich …

Wo verläuft für dich die Grenze zwischen beruflich und privat?
Ich glaube nicht, dass ich die Grenze klar definieren kann und will. Ich liebe meinen Beruf und daher macht er mich auch zu einem großen Teil aus. Was ich vielleicht unter dem Aspekt „Privat“ unternehme, z.B. der Besuch einer Ausstellung, inspiriert mich und beeinflusst mich unausweichlich auch beruflich.

Für welche Branchen arbeitest du?
Auch hier ist es klar „die Mischung macht´s“ – vom Dienstleistungsunternehmer bis Produktinnovator, vom Einzelunternehmer bis Global Player. Die Unterschiede begeistern mich und machen meinen Beruf so wunderbar abwechslungsreich.

Was macht dich zum Profi?
Seit 1996 gehe ich den „kreativen“ Weg. Ausbildung, Studium und das Arbeiten in verschiedenen Agenturen haben den Weg immer weiter gefestigt. Loyalität, Zuverlässigkeit, Neugierde und die Liebe zum Detail sind mir dabei wichtige Begleiter geworden.

Woran arbeitest du am liebsten?
Meine Leidenschaft ist die Typografie, das Konzepten für Corporate Designs und umfangreiche Unternehmenskommunikation und das Editorial Design. Ich mag es, mich in neue Projekte/Bereiche einzuarbeiten und auf den Grund zu gehen! Das macht den Beruf des Kommunikationsdesigners meiner Meinung nach auch aus. Herauszufinden, was das Projekt/Produkt ausmacht, und dann auf den Punkt die Kommunikation dafür zu entwickeln.

Wie bewertest du den Standort Osnabrück?
In den letzten Jahren hat sich in Osnabrück eine zwar überschaubare, aber rege Kreativszene entwickelt. Durch die unterschiedlichsten Netzwerke wie k-quadrat, den coworking space oder das Mediencafé kann man schnell andere Kreative kennenlernen, sich austauschen und neue Ideen entstehen lassen. Ich denke aber, dass sich diese Szene noch ein stärkeres Gesicht geben muss, um auch außerhalb der Szene gesehen/gehört zu werden. Ich bin gespannt, wohin die Reise geht!

Was ist für dich das Besondere an Osnabrück?
Die Größe, die Lage und die Menschen! Die Größe – wir haben alles, sind aber nicht zu groß, sodass Innovationen/Aktionen noch gesehen werden und auf Interesse stoßen, zudem finde ich es schön, dass man auch einfach mal zufällig Freunde und Bekannte in der Stadt treffen kann. Die Lage – wir haben das Glück von einem wunderbaren Naturpark umschlossen zu sein … was will man mehr? Und die Menschen – ich mag das Bodenständige, ohne dass Prestige- und Image-Fragen die Sicht auf das Wahre im Dunkeln lassen – Düsseldorf war da doch etwas anders gestrickt.

Was muss sich ändern?
Als Neu-Osanbrückerin hatte ich vor einigen Jahren das Gefühl, dass Osnabrück in einem schönen, friedlichen Dornröschenschlaf schlummert. Im Laufe der letzten Jahre blinzelt die Stadt immer wieder und wacht mit dem ein oder anderen Impuls Stück für Stück auf. Ich würde mir wünschen, dass die Stadt die Augen aufmacht und offen und neugierig dem Neuen entgegenblickt.

Warum bist du bei k-quadrat?
Für mich ist k-quadrat ein wichtiges Netzwerk, um andere Kreativschaffende kennenzulernen, sich zu vernetzen und auszutauschen. Darüber hinaus finde ich es wichtig, dass k-quadrat der Kultur- und Kreativwirtschaft in Osnabrück ein Gesicht gibt und aus ihrer Vielfalt Politik und Wirtschaft eine echte Stärke aufzeigt.

Dein Geheimtipp in Osnabrück?
52.316422, 8.095451 – Mein Hund Kalle liebt diesen Hügel.
Ansonsten das Osnabrücker Mediencafé an jeden letzten Donnerstag im Monat.

www.hasegold.de
www.mediencafe.net

Juli-50